Die Bauweise der Wandkamine
Der Kamin blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Bis heute hat diese Heizform weltweit kaum an Beliebtheit verloren.
Ganz im Gegenteil, auf Grund der stetig steigenden Erdöl- und Erdgaspreise, die kaum mehr kalkulierbar sind, wird der Kamin in den Haushalten immer populärer. Zu den beliebtesten Modellen gehört bis heute der camino romano.
Der camino romano, was auf Deutsch soviel heißt wie Wandkamin, stammt aus der ersten Bauzeit des Hauses. Die Auskleidung der Kaminrückwände mit Formsteinen erfolgte jedoch erst wesentlich später.
Bei dieser Form des Kamins sind die Feuerstellen der eingenischten Wandkamine in das 75 cm Mauerwerk der Giebelwände eingebaut und die Rauchstützen ragen fünf bis acht cm vor.
Mit wachsender Höhe neigen sich die leicht gerundeten Kaminrückwände nach außen, so dass die äußere Wandstärke der Schlote nur noch einem Stein mit eine Größe von etwa 12,5 cm beträgt.
Auf Grund dessen traten zur damaligen Zeit oftmals Risse und Verfärbungen an den Giebelaußenwänden auf. Der Grund hierfür waren die Temperaturunterschiede zum Außenklima. Jeweils schräg zur Giebelmitte steigen die Abzüge der Wandkamine und münden anschließend in den Hauptkaminabzug.
Dieser verläuft senkrecht zur Giebelmitte. Entsprechend dem holländischen und westfälischen Kamintyp sind die Feuerstellen ebenerdig. In ihrer Form sind die Kaminrückwände spitzbogig und sind dem Typus der Formsteine aus Lüttich zuzurechnen.
Stilgeschichtlich müssen sie in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts eingeordnet werden. Die Spiegel sind von glatten Backsteinen gerahmt. Wie die übrigen Innenräume des Kamins sind sie mit hellem Lehm und Anstrich überzogen.
Charakteristisch sind Einbruchspuren und Flickungen der Rückwände.
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