Die Geschichte der flämischen Kamin-Formsteine


Vermutlich stammen früheste Formsteine aus dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts. Allerdings wurden unverzierte Formsteine schon weitaus früher verwendet.

Die im In- und Ausland gebräuchlichen Flämischen-Steine waren eine besonders harte Sorte der Herdsteine. Bis weit ins 16. Jahrhundert hinein wurden spätmittelalterliche Kamine meist mit unverzierten Backsteinen ausgekleidet. Die schlichte Ausstattung der Kamine wurde meist für reine Nutzungsräume verwendet.

Im Gegenzug hierzu fanden sich aufwendige und kostenintensive Auskleidungen mit Formsteinen in repräsentativen Räumen wieder. In fast allen niederländischen Adelshäusern schien der Formstein um 1500 schon nahezu zu einem Muss zu gehören und bereits hundert Jahre später galt dies für fast alle Bürgerhäuser.

Mitte des 17. Jahrhunderts waren auch die glasierten Formsteine eher unüblich und an deren Stelle traten gusseiserne Kaminplatten oder Fayencefliesen. Bis 1700 blieb die Formsteinherstellung in alter, überbrachter Weise in Lüttich, Limburg und Jülich lebendig. Erst im 18. Jahrhundert erfolgte schließlich der Übergang zu großformatigen und dünneren Formsteinen, verziert mit einer Musterung im Stil des Rokoko.

Als in ganz Europa im 19. Jahrhundert die Renaissance Einzug hielt, ging dies auch nicht an Formsteinen vorüber. Vor allem in den Gegenden um Lüttich und Antwerpen waren die Produktionsstätten von reliefierten Kaminsteinen ansässig. 

Die frühesten Steine stammten jedoch aus Lüttich, erst später wurde Antwerpen der Geburtsort dieser. Charakteristisch für die Formsteine aus Lüttich sind ein breiter Randstreifen, ein grobes, wenig detailliertes Relief und ein oft  grobkörniger Ton, welcher erst nach dem Brennen einen in den gelblich gehenden Farbton annahm.

 Sämtliche Motive der Steine waren heraldischer Herkunft, wie zum Beispiel die französische Lilie.

Lesen Sie auch:

Die Geschichte des Kamins

Bauweise der Wandkamine

Innovation Biokamin

Comments are closed.