Flämische Kamin-Formsteine aus Antwerpen


Weltweit gehören die flämischen Kamin-Bausteine ohne Zweifel zu den bekanntesten dieser Art. Vermutlich stammen die frühesten Formsteine aus dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts.

Während dieser Zeit wurden sie hauptsächlich unverziert verwendet. Im 16. und 17. Jahrhundert waren die Produktionszentren der Steine in Lüttich, Limburg und Jülich. Erst in jüngeren Zeiten wurden die Formsteine auch in Antwerpen produziert.

Zu diesem Zeitpunkt wurde das Material bereits durch umfangreiche Verzierungen charakterisiert. In Antwerpen wurde die jüngere Gruppe von Formsteinen aus feinkörnigem, warmrotem Ton gefertigt. Ähnlich wie bei den Lütticher Steinen waren sie hauptsächlich durch eine abnehmende Stärke von circa sieben bis fünf Zentimeter geprägt.

Bei größer werdenden Stempeln wurden die Randleisten deutlich schmaler. Die Blüte der Produktion erlebte Antwerpen um 1500. Im Gegensatz zu den Lütticher Formsteinen wurden die Reliefszenen umfangreich und ausführlich ausgearbeitet und ausgewogene Figurenkomposition und die souveräne Behandlung des Bildraumes überwiegen bei dem Aussehen.

Wie auch bei den Steinen die aus Lüttich stammen sind die Motive zunächst ausschließlich heraldischer Herkunft. Hierzu gehören vor allem Profilköpfe. Später wurden auch Bibel und Heiligenszenen verwendet.

Erst ab Mitte des 16. Jahrhunderts fanden sich ganze Serien mit biblischer Thematik auf den Steinen wieder. Zur Bekrönung der Formsteinspiegel wurden bei reich ausgestatteten Kaminrückwänden große Schlusssteine verwendet. In der Regel waren diese 18 bis 38 Zentimeter lang und an der Unterseite rechteckig. Am oberen Rand hingegen waren diese halbrund ausgebildet oder mit einem Dreiecksspiegel bekrönt.

Bis heute sind noch Kaminbauten mit flämischen Formsteinen vorhanden. Zur damaligen Zeit wurden diese Elemente jedoch überwiegend durch faszinierende Details und Verzierungen gekrönt.

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